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Mai 07 / 2015

Mallorca, Kampf der Gegensätze

Kennt Ihr solche Begegnungen, wo man sich im Nachhinein fragt, „WOW, was war das denn?“, „Ist mir das gerade passiert?“ So erging es mir als ich meine Kundin mit der ich im März auf Mallorca war, das erste Mal traf. Bereits nach der Begrüßung spürte ich solch seltsames Flirren in der Luft. Um wirklich ganz ungestört zu sein, zogen wir uns in einen Teil des Hotels zurück, wo wir allein waren. Und was dann in den nächsten 1 1/2 Stunden passiert ist, kann ich kaum beschreiben. Wie eine schnelle, kurze und sehr intensive Fusion verschmelzten unsere Welten und, obwohl wir uns im Leben zuvor noch nie gesehen haben, wussten wir, diese Begegnung ist für uns beide etwas ganz  besonderes. Zum Abschied, fast surreal, umarmten wir uns lange, als trennten wir uns nach einer langen, intensiven, gemeinsamen Zeit. Ohne Witz, ich konnte fast die Funken des Energieaustausches körperlich spüren. Als ich im Auto saß habe ich mich verwirrt gefragt „Was war das?“, „Was wird das?“ und „Wohin wird diese Reise wohl führen?“

Bis zur gemeinsamen Anreise nach Mallorca vergingen noch etliche Wochen und ich war mega nervös. Werde ich die Erwartungen erfüllen können? Wird es eine Fortsetzung dieser Begegnung werden? Wie viel kann ich geben, um zu bekommen, was ich brauche, um die Fotos machen zu können, die sich in meinem Kopf und Herz eingebrannt haben? Bereits während unseres Kennenlernens flogen Bilder an meinem geistigen Auge vorbei auf denen sie in Tüchern gehüllt ist. Ich erzählte ihr davon, spontan fand sie die Ideen toll und der Keim von all dem, was kommen sollte, war gesät. Glaubt es oder nicht, doch bis zu dem ersten Foto, das ich Wochen später von ihr machte, war mein Kopf blockiert für andere Ideen. Jeder Versuch in meinem Kopf mündete in Fotos mit Tüchern. Zunächst ist es mir gar nicht aufgefallen. Als ich mir jedoch darüber bewusst wurde, war klar, ich muss diese Fotos machen. Erst dann werde ich Ruhe finden bzw. mein Herz und meine Seele für neue Projekte befreien können.

Und dann kam der Tag der Tage, wir trafen uns am Flughafen. Die Vertrautheit, die eigentlich hätte gar nicht sein dürfen, letztlich kannten wir uns nicht wirklich, war schnell wieder da, ich wurde ruhiger und wusste, alles wird gut. All meine Ideen, Vorschläge und Orte, die ich mir im Vorfeld überlegt habe, wurde mit einem schnellen „Ja super machen wir“, „Egal wann wir aufstehen müssen und wie kalt es ist, wir machen das“, kommentiert. Also die  beste Voraussetzung, die ich mir wünschen konnte.

Und so befanden wir uns am ersten windigen Morgen um 6:30 Uhr, bei einer Außentemperatur von ca. 3°C und einer Wassertemperatur von 5°C am Holzsteg, um die Bilder aus meinem Kopf in meine Kamera zu katapultieren. Anfangs ignorierten wir die nassen Hosen und Schuhe, die langsam vor Kälte abfrierenden Gliedmaßen, die Höllenschmerzen bei jedem Schritt, da der Augenblick besonders war. Das Licht, die Situation, die Funken, die in der Luft lagen, und der in uns allen verwurzelte Wunsch den Gegebenheiten zu trotzen. Schon zu diesem Zeitpunkt war ich beeindruckt, ja verzaubert von der Zähigkeit, Würde, Sinnlichkeit, Grazilität, der Härte sich selbst gegenüber und dem festen Willen die Umgebung und sich selbst zu bezwingen, die meine Protagonistin mit jeder Faser ihres Daseins ausstrahlte. Ein Reich der Gegensätzlichkeit öffnete sich und neben den leisen, zarten Tönen gesellten sich Präsenz, Willenskraft und Stärke als führen die Mächte miteinander einen Kampf. Ich selbst war nicht nur stille Zuschauerin und „Konserviererin“ dieser Augenblicke, ich war zu einem Teil des Ganzen geworden. Letztlich ließen unsere irdischen Bedürfnisse diesen Moment wie eine Seifenblase platzen und doch ahnte ich, dass es eine Fortsetzung geben wird…