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Apr 06 / 2020

In Zeiten der Premieren

In dieser momentan besonderen Zeit wird viel geschrieben, von dem, was andere tun und denken, wie sie sich fühlen, wie es einem selbst geht und was diese Situation mit einem macht.

Ich beobachte. Vor allem mich selbst und habe einmal für mich zusammengefasst, was in meinem jetzigen Leben gleichgeblieben ist, was ich vermisse, was weniger geworden ist, was ich nun viel häufiger mache und welche Premieren ich erleben darf/muss. Meine Auflistung ist völlig individuell und nicht nach einer Wertung sortiert, nur nach meiner Beobachtung.

Ich bin jetzt schon gespannt, was von den Dingen ich auch nach den starken Beschränkungen wegen Corona weiterhin tun werde, was sich im Alltag verlieren wird und worüber ich froh bin es wieder los zu sein.

Meine

Premieren:

♥ Picknick an der Este gemacht und dabei einen Eisvogel beobachtet

♥ freiwillig jeden Tag früh aufgestanden und den Tagesanbruch genossen

♥ den lokalen Einzelhandel mit telefonischen Bestellungen unterstützt

♥ Geschenke überreicht und überreicht bekommen, ohne sich mit einer Umarmung bedanken zu können

♥ Klopapier zum Geburtstag bekommen

♥ über lange Zeit, ohne selbst krank zu sein, nicht dorthin gehen zu können wohin auch immer ich hingehen möchte

♥ eine meiner Töchter erfüllt, gemeinsam mit Freundinnen via FaceTime, selbst erfundene Aufgaben, wie z.B. Schreibe deinen perfekten Traum auf, beschreibe jede Freundin mit nur drei Worten, sage, was du besonders gut an der jeweiligen Freundin findest und was nicht so gut etc.

♥ putze regelmäßig gemeinsam mit meinen Töchtern das gesamte Haus

♥ seit Wochen bin ich kein Auto mehr gefahren, mache alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad

♥ es gibt kaum noch Klopapier und Mehl in den Supermärkten, daher wird es rationalisiert

♥ mein Terminkalender war noch nie so lange so leer

♥ bin jeden Tag an der frischen Luft, spazieren, joggen oder im Garten

♥ mein Mann im Homeoffice

 

Dinge, die ich viel häufiger als sonst mache:

♥ meine Familienmitglieder in den Arm nehmen und ihnen sagen, dass ich sie ganz doll liebhabe

♥ räume so viel mehr auf 

♥ schaue weit häufiger Nachrichten

♥ schreibe täglich Tagebuch

♥ denke viel mehr über mich selbst nach

♥ beobachte viel Solidarität, Mitgefühl, Verständnis, Großzügigkeit

♥ koche jeden Tag frisch und gesund, esse mehr und regelmäßiger, vor allem seit neuestem auch gern Kuchen

♥ unsere zwei Kühlschränke sind immer prall mit frischen Lebensmitteln gefüllt

♥ wir essen mindestens 1 oft auch 2 Mahlzeiten alle vier zusammen

♥ treibe weit mehr Sport

♥ bin viel dankbarer und demütiger und freue mich sehr viel mehr über gutes Wetter

♥ verbringe viel mehr Zeit mit meinen Kindern, wir spielen viel, unterhalten uns mehr, sind gemeinsam kreativ, malen Ostereier an etc.

♥ meine Töchter spielen von allein mehr am Klavier

♥ erziehe meine Kinder wieder komplett selbst

♥ interessiere mich viel mehr für die kleinen, manchmal unscheinbaren Dinge im Leben

♥ beobachte und lausche weit häufiger den Vögeln im Wald und im Garten

♥ ich sage noch häufiger Menschen, die ich gernhabe, liebe Dinge oder überrasche sie mit Nachrichten, Briefen oder kleinen Aufmerksamkeiten

♥ weit deutlicher als sonst werden unsere ganz unterschiedlichen Gefühle sichtbar

 

Dinge, die ich seltener mache oder vermisse:

♥ Freunde treffen

♥ herzliche Umarmungen verteilen, Menschen die Hand reichen

♥ Reisen, am Wochenende Unternehmungen machen, in Restaurants oder Cafés gehen

♥ Arbeiten

♥ mich überall frei bewegen zu können mit wem ich möchte

♥ Zeit für mich allein in unserem Haus, in meinem Büro

♥ Wäsche waschen

 

Dinge, die gleichgeblieben sind:

♥ habe nach wie vor keine Langeweile

♥ führe weiterhin mein 6 Minuten-Tagebuch

♥ genieße meinen Kaffee im Wintergarten

♥ habe das Kirschblüten-Shooting gemacht

♥ mein Mann arbeitet zu Hause nahezu genauso viel wie in der Firma

♥ mein Klopapiervorrat ist der gleiche geblieben

 

Wie schaut es bei dir aus? Was wirst du aus dieser Zeit für dich mitnehmen?

 

Eines ist mir in jedem Fall klar geworden, ich möchte mich noch mehr zurückhalten mit dem Urteilen über andere. Ich möchte mit mir und meinen Mitmenschen verzeihlicher sein.

Denn jeder Mensch geht mit der gleichen Situation völlig unterschiedlich um, da nicht nur die Gegenwart den Menschen prägt, sondern auch die Vergangenheit und die Wünsche der eigenen Zukunft.